Kulturerhalt - Digitalisierung des Filmarchivs von Gadalla Gubara

Bild vergrößern Gadalla Gubara war einer der Film-Pioniere im Sudan. Dank seiner Arbeit konnten sich die Sudanesen am Tage der sudanesischen Unabhängigkeit das Hissen der Nationalflagge durch den ersten sudanesischen Präsidenten, Ismail Al Azhari, im Fernseher ansehen.

Das Auswärtige Amt, durch das Programm „Kulturerhalt“, digitalisierte einen großen Teil des filmischen Archivs des mittlerweile verstorbenen Filmemachers. Unter den digitalisierten Zeitdokumenten fanden sich zahlreiche Werbefilme, Kurz- und Dokumentarfilme wie „Khartoum“, der das Leben in den 1960er und 1970er Jahren in der Hauptstadt des Sudans Khartum präsentiert, der Zeit des damaligen sudanesischen Präsidenten Gaffer Nimeiri.

Nach erfolgreicher Digitalisierung und Vorführungen einer Reihe von Kurzfilmen, Werbefilmen und Dokumentationen, digitalisierte die Filmemacherin Katharina von Schröder im Auftrag des  Auswärtigen Amts nun den sudanesischen Filmklassiker „Tajouje“, ebenso wie eine sudanesische Adaptierung von „Les Miserables“ von Victor Hugo. Bild vergrößern Am 29.4.17 wurde „Tajouje“ in neuer, digitalisierter Fassung und in Anwesenheit der Schauspieler und der Gubara-Familie in der Residenz des deutschen Botschafters, Ulrich Klöckner, einem breitem Publikum vorgeführt.  

Tajouje

Der auf einer sudanesischen Legende beruhende Spielfilm spielt vor ca.einhundert Jahren im Osten des Landes bei Kassala. Tajouje ist die schöne Cousine eines jungen Stammesangehörigen, der sich in sie verliebt und seine Liebe laut in einem Lied kundtut. Die Traditionen seines Stammes verbieten jedoch eine solche Liebe und sein Onkel verweigert seine Bitte, Tajouje zu heiraten. Doch nachdem der junge Mann das Dorf verlässt, und seine Reue erklärt, wird die Ehe schließlich doch noch erlaubt. In der Zwischenzeit hat jedoch ein anderer Mann Interesse an Tajouje bekundet. Es entsteht eine Geschichte voller Eifersucht, die in einer Tragödie endet.

Gadalla Gubara

Das Werk des sudanesischen Kameramanns, Filmemachers und Produzenten  Gadalla Gubara  (1921–2008) erstreckt sich über eine Zeitspanne von mehr als 50 Jahren. Er arbeitete schon in der britischen Kolonialzeit in der  Sudan Film Unit und dokumentierte die Unabhängigkeitsfeiern des Landes.  „Mein Vater konnte auf seine Kamera nicht verzichten. Wenn er unterwegs war, nahm er sie immer mit. Er hatte sie ständig um den Hals und filmte alltägliche Ereignisse und alles, was ihm auf der Straße auffiel”, so die Tochter des Filmemachers, Sara Gadalla. Bild vergrößern 1970 gründete er in Khartum das „Studio Gad“, das erste Filmstudio im Sudan, und drehte neben Kurzfilmen auch Spielfilme wie „Tajouje“ (1979) und „Barakat Al Sheikh“ (1998). Gadalla Gubara ist Mitbegründer der Pan-African Federation of Filmmakers (FEPACI ) und des FESPACO Film Festivals in Ouagadougou, Burkina Faso.

weitere Information und kurzefilme finden Sie unter

http://studiogadarchive.com/