„My life and the cinema!” – eine Woche rund um den sudanesischen Filmemacher Gadalla Gubara

Der Dezember 2015 stand für die deutsche Botschaft unter anderem auch im Zeichen des mittlerweile verstorbenen sudanesischen Filmemachers Gadalla Gubara. Neben einer Vorführung seiner Filme in der Residenz des deutschen Botschafters konnte sein Leben und Werk für eine Woche lang im Kulturzentrum von Omdurman bewundert werden. Mit dabei war neben seiner Familie auch der ehemalige sudanesische Kulturminister Ali Shummo.  

Nach den erfolgreichen Filmvorführungen des Gadalla Gubara Filmarchivs im Frühjahr im hiesigen Goethe-Institut und an verschiedenen Universitäten und Schulen in der Hauptstadt hat die deutsche Botschaft im Dezember einen Teil seines Filmarchiv in der deutschen Residenz über 150 sudanesischen und internationalen Gästen präsentiert. Mit dabei waren auch wieder Sara Gadalla, die Tochter des verstorbenen Filmmachers, und ihre Familie.

Unter den vorgeführten Zeitdokumenten fanden sich zahlreiche Werbefilme, Kurz- und Dokumentarfilme wie „Khartoum“, der das Leben in den 1960er und 1970er Jahren in der Hauptstadt des Sudans Khartum präsentiert, der Zeit des damaligen sudanesischen Präsidenten Gaffer Nimeiri Gadalla Gubara Filmvorführung Bild vergrößern (© deutsche Botschaft Khartum)

Gadalla Gubara, geboren im Jahr 1920 in Omdurman, war einer der Film-Pioniere zu jener Zeit im Sudan. „Gadalla Gubara hat zahlreiche Kurse in Großbritannien besucht, was ihm dabei half seine Fähigkeiten im Filmbereich weiterzuentwickeln“, so Prof. Ali Shummo, ehemaliger sudanesischer Kulturminister, der enge Beziehung zu Gadalla Gubara pflegte. Dank Gadalla Gubaras Arbeit konnten sich die Sudanesen am Tage der sudanesischen Unabhängigkeit das Hissen der Nationalflagge durch den ersten sudanesischen Präsidenten, Ismail Al Azhari, im Fernseher ansehen.

Der Filmmacher gründete im Jahr 1970 in Khartum das „Studio Gad“, dem ersten Filmstudio im Sudan, nach dessen Gründung Gadalla Gubara neben Kurzfilmen auch Spielfilme wie „Tajooj“ (1979) und „Barakat Al Sheikh“ (1998) drehte. „Mein Vater konnte auf seine Kamera nicht verzichten. Wenn er unterwegs war, nahm er die Kamera immer mit. Er hatte sie ständig um den Hals und filmte alltägliche Ereignisse und alles was ihm auf der Straße auffiel” so die Tochter des Filmemachers, Sara Gadalla.

Am Tage nach der Filmvorführung in der deutschen Residenz eröffnete der ehemalige sudanesische Kulturminister Prof. Ali Shummo, der Bürgermeister von Omdurman, Magdi Abdelaziz, der Staatsminister im Kulturministerium, Sayed Haroun, zusammen mit dem stellvertretenden deutschen Botschafter, Philipp Herzog,  eine mehrtägige Ausstellung über das Leben und Werk des Filmemachers im Omdurman Cultural Center. „Studio Gad ist ein wichtiges Erbe für die neue Generation. Das vielseitige Archiv zeigt das Leben unserer Vorfahren. Dank der Unterstützung der deutscher Botschaft und des Auswärtigen Amts bei der Digitalisierung der Filmrollen, ist ein Teil sudanesischen Kulturerbes gerettet werden“ so der Staatsminister für Kultur.